Blütezeit für Hauskirchen

Hauskirche – zeitlos, aktuell und nachhaltig

Folgende wahre Begebenheit erhellt die nachhaltige Bedeutung der Hauskirche: In Japan, am 17. März 1865 – exakt 100 Jahre vor dem II. Vatikanischen Konzil – feierte der französische Missionar Petit Jean am Fuße des Nagasaki die erste Hl. Messe nach 200 Jahren Abwesenheit von Missionaren und Kirche. Nach blühender Missionierung, einer der Missionare war der Hl. Franz Xaver, begann eine grausame Verfolgung. Priester und Ordensleute wurden des Landes verwiesen oder ermordet, Kirchen enteignet, zerstört oder als Lagerhäuser genutzt, auch viele Laien wurden Märtyrer (am 6. Februar feiert die Kirche das Martyrium von Hl. Paul Miki und seinen Gefährten).

Im christlichen und missionarischen Abendland rechnete niemand damit, dass dort noch Christen leben würden. So machte sich (wieder) ein erster Missionar auf den Weg, Petit Jean. Er war höchst erstaunt, dass sich zur ersten Hl. Messe Japaner einfanden. Im Anschluss fragten sie ihn vorsichtig, scheu und höflich sehr konkret nach seinem Glauben: Welchen Namen sein Gott habe, ob er Jesus Christus anbete, ob er eine Muttergottes verehre, ob er als Priester ehelos lebe und die Gläubigen einem gewissen Papst gehorchen würden.

Überglücklich über seine bejahende Antwort erkannten sie ihn als wahren Boten jenes Glaubens, den sie von ihren Vorfahren überliefert bekommen hatten. Schüchtern erklärten sie ihm, „dass sie dasselbe Herz (Glauben) hätten wie er“. Mehr als 200 Jahre blutigste Verfolgung, ohne äußere Strukturen der Kirche und ohne Priester überlebte der Glaube – dank dem gelebten Glauben zuhause. So kannten sie eindeutig die spezifischen Merkmale der katholischen Kirche. (vgl. Die Missionen von 1840 bis 1870, J. Beckmann, Hdb. der Kirchengeschichte, hrsg. H. Jedin, Bd. IV).

Hauskirche ist die Katakombe in Zeiten der Verfolgung, wie heute zahlreiche weitere Beispiele aus kommunistischen Ländern zeigen (Russland, Tschechien, China, Korea und wiederum Japan und viele andere Länder). Zur Zeit der Apostelgeschichte, als die ersten Christen über drei Jahrhunderte lang von den römischen Kaisern verfolgt wurden, hat sich der Glaube nur dank der Hauskirche entfalten und verbreiten können.

Hauskirche aktuell! Welche Herausforderung und welche Chance!

Nun meldet sich diese 2000 jährige Einrichtung mit aller Dringlichkeit zu Wort, gerade jetzt, wo wir nicht in der Pfarrkirche, sondern ausschließlich in den Häusern feiern werden. Nicht einmal in Kriegszeiten mussten die Hochfeste zu Ostern von der Kirche ins Haus verlagert werden. Auf viele Fragen, die sich aufgrund dieser geschichtlich neuen und auch tragischen Situation stellen, gilt es, eine hoffnungsvolle Antwort zu finden:

„Die Neuevangelisierung der Zukunft wird zum großen Teil von den Hauskirchen ausgehen.“ Papst Johannes Paul II. 1981

Sehr lesenswert ist diesbezüglich sein Apostolisches Schreiben über die christliche Familie in der Welt von heute (Familiaris Consortio): Es umfasst nicht nur das Gebet in der Familie, sondern alle Bereiche des Lebens, der ehelichen Liebe und der Feier des Glaubens. Wir sind in den vergangenen Jahrzehnten daran gewöhnt worden, „den Glauben, seine Feste und Feiern in seiner Gänze auszulagern in Kindergarten, Schule, Kirche und Vereine“. Nun zwingt uns die Situation, den Glauben wieder in die Familie heimzuholen. Darin liegt auch eine – ja die – große Chance für die Zukunft. Ausgehend von der Familie kann ein neuer Frühling für Kirche und Gesellschaft entstehen. Es ist gut, wenn wir dafür gute Anregungen und Hilfen bekommen.

Im Rahmen der „Initiative Hauskirche“ habe ich zwei Bücher zum Thema verfasst, auf die ich in dieser besonderen Situation verweisen möchte. Als langjährige Mitarbeiterin im Referat für Ehe und Familie sammelte ich viele Erfahrungen, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Die Bücher enthalten Basiswissen und viele Beispiele für die Praxis. Da viele Menschen allein leben, könnte das Buch „Single – Geheimnis erfüllten Alleinseins „ ebenfalls hilfreich sein:

1. Die Kirche erwacht in den Häusern / Kultur in Familie und Gesellschaft
(155 Seiten, farbig, aus aktuellem Anlass reduziert, € 5,80) Hier einige Titel der 16 Kapitel:

Theologie der Hauskirche – Wahrheit und Bedeutung.
Geschichte der Hauskirche von der Apostelzeit bis heute.
Spiritualität der Hauskirche.
Der Sonntag in der Hauskirche.
Kultur des Kontrastes im Alltag.
Grundsätze für die Praxis.
Segnungen und Weihen in der Familie.

2. Familien feiern das Kirchenjahr
(2. starkerweiterte Auflage, 148 Seiten, farbig, € 18,50)
Eine der hervorragenden Möglichkeiten  ist die Feier des Kirchenjahres in der Hauskirche. Dieses Buch begleitet Sie durch das ganze Kirchenjahr. Eingebettet in Natur und Übernatur garantiert es richtiges Feiern durch rechtes Wissen. Es gibt den Tagen, Wochen und Monaten Struktur. Die Feiern tragen zu einer erfüllten Zeit bei. Die Pfarrkirchen sind so lebendig, wie ihre Hauskirchen (Familien) lebendig sind.

3. Single – Geheimnis erfüllten Alleinseins
Verstecktes Leid oder erfülltes Leben trotz unerfüllter Wünsche (156 Seiten, schwarz weiß, € 14,50).
Da ich selbst Single bin und keinesfalls einsam, sind viele Anregungen praxistauglich und beziehen sich auf das Thema „Hauskirche“.

4. Zwei herrliche Ikonen der Hauskirche
Maria, Mutter der Hauskirche und das Ehepaar Aquila und Priszilla aus der Apostelgeschichte.

Möge Gott uns durch diese Zeit führen und Maria ihren Schutzmantel über uns ausbreiten, und so die CORONA-Krise viele Hauskirchen zum Blühen bringen.

Lic. Maria Prügl
Salzburg, 25. März 2020 zum Hochfest Verkündigung des Herrn
Zu beziehen: maria.pruegl@aon.at / Tel: 0680 – 3165 606 oder  www.ehefamiliebuch.at